Rechtliche Voraussetzungen für Arbeiten am Huf

Österreich

In Österreich wird die Ausbildung zum Teilgewerbe des Huf und Klauenbeschlages durch die 11. Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche Angelegenheiten über die Errichtung von Teilgewerben und die Befähigungsnachweise für Teilgewerbe (1. Teilgewerbe-
Verordnung) geregelt.
Alle Verrichtungen am Huf, sei es Hufpflege oder Beschlag dürfen nur von einem ausgebildeten Hufschmied mit entsprechendem Gewerbe durchgeführt werden. Barhufpflege ist nicht als eigenständiges Gewerbe anerkannt.

Gewerbeberechtigt ist man nach einem Hufbeschlagskurs in Stadl-Paura oder an der VetMed Wien. Als Voraussetzung wird eine einschlägige Ausbildung im Metallbereich (HTL, Schlosserlehre, 1-jährige Vollzeittätigkeit in der Metallbrache etc.) sowie eine Aufnahmeprüfung benötigt. Als Vorbereitung für die Aufnahmeprüfung kann ein Kurs absolviert werden.
Details finden Sie auf den oben verlinkten Seiten der beiden Hufschmiedeschulen.

Seit 1. Juli 2010 läuft zudem ein Versuch der Lehrausbildung zum Hufschmied/-in. Hier finden Sie die Ausbildungsordnung.

Möglichkeiten zur Ausübung der geweblichen Hufpflege

Hufschmied ist ein Teilgewerbe aus dem Schmiedegewerbe. Danach dürfen rein rechtlich gesehen alle Personen mit entsprechender Ausbildung und dem Gewerbe "Schmied", "Schlosser" oder "Landmaschinentechniker" Hufpflege und Hufbeschlag durchführen.

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit einer Anstellung bei einem Gewerbeberechtigten.

Hufschmiedeausbildungen aus folgenden EU-Ländern werden in Österreich anerkannt: Anerkennung-Hufschmiede.pdf
Somit ist beispielsweise eine Hufschmiede-Ausbildung in den Niederlanden auch in Österreich für eine Gewerbeanmeldung zulässig.

Ob Hufpfleger mit einer Gewerbeanmeldung im Ausland in Österreich arbeiten dürfen ist unserer Ansicht nach jedoch unklar.

Gesetzesinitiativen zum Thema Hufpflege

Bis ca. 2005 war die Anmeldung des Gewerbes Hufpflege als eingeschränktes Hufschmiedegewerbe möglich.
Vom Ministerium für Arbeit und Wirtschaft wurde jedoch 2006 folgender Erlass herausgegeben.
Demzufolge sind Kenntnisse über Hufbeschlag notwendig um den Tierschutz und die Sicherheit von Pferd und Reiter zu gewährleisten, und daher ist Hufpflegern die Gewerbeanmeldung zu verwehren.

Es folgte 2008 eine Anfrage mehrerer Abgeordneter im Parlament zum Thema Hufpflege als Gewerbe. Hier finden Sie die negative Beantwortung.

Seit einer Beschwerde von zwei bei der Gewerbeanmeldung gescheiterten Hufpflegerinnen 2008 wird das Thema zudem von der Volksanwaltschaft (Fr. Mag. Terezija Stoisits) bearbeitet (Bericht 2008, siehe Seite 371 und 372)
Auch in den Berichten von 2009 und 2010 taucht dieser Punkt wieder auf, jeweils mit dem Vermerk "bisher keine Umsetzung", und wurde mittlerweile fallengelassen.

Klauenpflege wird als Teilgewerbe anerkannt, der Hufpflege wird vom Wirtschaftsministerium weiterhin die Anerkennung verweigert, wie in diesem aktuellen Schreiben deutlich wird.

Im August 2013 wurde eine Bürgerinitiative gestartet. Die mittels Listen gesammelten 1020 Unterschriften wurden am 23. September beim österreichischen Parlament abgegeben. Sie werden nun im Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen behandelt

Unterstützen Sie die Bürgerinitiative "Österreich braucht Hufpfleger"!

Jetzt haben Sie noch Online die Möglichkeit zuzustimmen! Wir brauchen so viele Stimmen wie möglich damit die Verantwortlichen das Thema ernst nehmen. Bitte unterstützen Sie uns hier:

http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/BI/BI_00071/index.shtml#tab-Zustimmungserklaerunghttp://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/BI/BI_00071/index.shtml#tab-Zustimmungserklaerung


Deutschland

Hufpflege ist als eigenständiges Gewerbe zulässig
Das Bundesverfassungsgericht erklärt die beantragte Änderung des Hufbeschlagsgesetzes für verfassungswidrig, da es die gesetzlich garantierte Freiheit der Berufswahl verletzen würde und setzte es außer Kraft.

Links zum Hufbeschlagsgesetz in Deutschland:
Rechtslage
Bundesverfassungsgericht stoppt Konkurrenzschutz

Slowenien, Italien

Hufbeschlag und Hufpflege sind nicht gesetzlich geregelt